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Innovation ohne Kompromisse

Ein Gespräch mit John Lindemeier über die Zukunft von Kabelzug- und Functional-Training
By Sam McGrath Januar 12, 2026
Kabelzüge und Functional Trainer sind seit jeher das Herzstück vielseitigen Krafttrainings. Doch die Anforderungen der Fitnessbranche haben sich verändert: Mehr Inklusivität, geringerer Platzbedarf und intuitive Designs, die für jedes Mitglied funktionieren.

Um zu verstehen, wie Life Fitness diesen Anforderungen begegnet, haben wir mit John Lindemeier, Product Director Strength bei Life Fitness, über den neuen Universal Cable und die Weiterentwicklung des SYNRGY Trainingssystems gesprochen.

Innovation und Marktbedarf

F: Kabelzüge gibt es seit Jahrzehnten. Welche Marktanforderungen oder Nutzerherausforderungen haben zur Entwicklung des Universal Cable geführt – und warum sind sie heute besonders relevant?

John: Wir haben zwei zentrale Herausforderungen identifiziert.
  1. Zum einen gibt es nur sehr wenige Produkte, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen vollständig berücksichtigen – etwa Personen im Rollstuhl oder mit nur einem Arm.
  2. Zum anderen wollten Betreiber keine Kompromisse bei der Trainingserfahrung für traditionelle Nutzer eingehen.
Historisch mussten sich Studios entscheiden: entweder eine spezialisierte Lösung für Barrierefreiheit oder eine Standardmaschine für die breite Zielgruppe.

Der Universal Cable vereint beides in einer Lösung.
„Es ist wirklich universell – es bietet Premium-Performance für alle, ohne Kompromisse.“

F:  Wie beeinflusst der Fokus auf Inklusivität die Entwicklung von Fitnessgeräten und wie unterstützt das Universal Cable barrierefreies Krafttraining?
 
John: Inklusivität ist ein gesellschaftlicher Trend, der auch im Fitnessbereich an Bedeutung gewinnt. Wenn du heute in ein Hotel gehst, sind Poollifte für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen selbstverständlich. Barrierefreiheit ist dort Basisstandard.

Wir sind überzeugt, dass Fitness sich in eine ähnliche Richtung entwickelt. Produkte wie der Universal Cable setzen neue Maßstäbe: Geräte, die von allen effektiv genutzt werden können – ohne Abstriche.

Es geht nicht mehr darum, ein Nischenprodukt zu entwickeln. Wir denken Inklusivität von Beginn an mit – zum Vorteil aller Mitglieder und damit auch der gesamten Facility.
„Betreiber erkennen zunehmend, dass inklusives Design nicht nur gesellschaftlich verantwortungsvoll ist, sondern auch ein klarer Wettbewerbsvorteil.“

Design und Inklusivität 

F: Wodurch hebt sich der Universal Cable in Bezug auf Design, Barrierefreiheitsstandards und Nutzererlebnis ab?

John: Viele bestehende Produkte erfüllen nicht vollständig alle ASTM-Anforderungen zur Barrierefreiheit. Beim Universal Cable war es unser Anspruch, sämtliche Vorgaben einzuhalten.

Ein Beispiel: Alle Bedienelemente müssen sich innerhalb von 15 bis 48 Zoll über dem Boden befinden, damit sie auch für Rollstuhlfahrer komfortabel erreichbar sind. Deshalb haben wir den Gewichtsturm so konzipiert, dass die unterste Steckposition mindestens 15 Zoll über dem Boden liegt.

Gleichzeitig erhalten traditionelle Nutzer die gewohnte Premium-Performance von Life Fitness.

Die Kombination aus durchdachter Ergonomie, hoher Verstellbarkeit und robuster Konstruktion schafft ein Produkt, das für jedes Mitglied funktioniert – ohne Kompromisse.

F: Welche Rolle spielte Nutzerfeedback im Designprozess des Universal Cable? Kannst du ein Beispiel nennen? 

John: User Testing war entscheidend. Bei frühen Prototypen wurde deutlich, dass bestimmte Verstellmöglichkeiten nicht intuitiv waren. Es war nicht sofort klar, welche Einstellung für die horizontale und welche für die vertikale Griffposition gedacht war. Das führte zu Verwirrung.

Wir haben das Design so überarbeitet, dass die Bedienung visuell eindeutig ist und Nutzer sofort verstehen, wie sie die Maschine einstellen.

Ein weiteres Beispiel: Eine Rollstuhlnutzerin mit eingeschränkter Fingerbeweglichkeit hatte Schwierigkeiten, den Verstellknopf zu greifen. Wir haben daraufhin Form und Winkel des Knopfes angepasst, um die Handhabung deutlich zu erleichtern.
„Das waren keine kosmetischen Änderungen – sie haben die Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit grundlegend verbessert. Inklusivität muss in der Praxis funktionieren, nicht nur in der Theorie.“


Betreibermehrwert und ROI 

F: Wie profitieren Fitnessanlagen strategisch von inklusivem Design in Bezug auf Mitgliedergewinnung, -bindung und Differenzierung?

John: Inklusivität ist nicht nur ein gesellschaftliches Statement, sondern ein strategischer Vorteil. Anlagen, die zeigen, dass sie alle Zielgruppen bedienen können – vom Leistungssportler über Einsteiger bis hin zu Mitgliedern mit Mobilitätseinschränkungen – gewinnen an Glaubwürdigkeit und erreichen automatisch ein breiteres Publikum.

In Gesprächen mit Betreibern erleben wir häufig, dass selbst jene, die Barrierefreiheit bisher nicht priorisiert haben, überrascht sind, wie sehr Mitglieder dieses Thema wertschätzen.

Der Universal Cable ermöglicht es, die Zielgruppe zu erweitern und gleichzeitig eine Premium-Erfahrung zu bieten – ohne zusätzliche Spezialgeräte oder Qualitätsverluste.

„Mit dieser Vielseitigkeit und dem durchdachten Design können Fitnesseinrichtungen Mitglieder effektiver gewinnen, sich klar im Wettbewerb positionieren und durch höhere Auslastung und Effizienz einen messbaren ROI erzielen.“

F: Wie maximiert der Universal Cable Trainingsvielfalt und Flächeneffizienz – und welche Fitnesseinrichtungen profitieren besonders? 

John: Der Universal Cable vereint mehrere Trainingsmodalitäten in einer kompakten Einheit. Die Griffe lassen sich horizontal und vertikal in einem großen Bewegungsbereich einstellen. Dadurch können Übungen, die normalerweise mehrere Geräte erfordern, an nur einer Maschine ausgeführt werden.

Breite Position für Cable Flys. Enge Position für Ruderbewegungen mit optimierter Zugbahn.

Diese Vielseitigkeit ist besonders interessant für Boutique-Studios, Corporate-Wellness-Bereiche oder Community-Gyms mit begrenztem Platzangebot.
„Betreiber erhalten im Prinzip mehrere Geräte auf der Fläche einer einzigen Maschine – ohne den Trainingsbereich zu überladen.“

F: Zuverlässigkeit ist für Betreiber essenziell. Wie stellt Life Fitness sicher, dass der Universal Cable diesen Anforderungen gerecht wird? 

John: Langlebigkeit und Zuverlässigkeit sind Kernwerte von Life Fitness. Unsere Produkte erfüllen sämtliche relevanten ASTM- und EN-Standards – inklusive der neuen Anforderungen an Barrierefreiheit. In vielen Ländern sind diese Standards nicht verpflichtend, weshalb nicht alle Wettbewerber sie erfüllen.

Wir testen unsere Geräte zusätzlich bis nahezu zum Zehnfachen der geforderten Normzyklen. So können Betreiber sicher sein, dass die Maschine dauerhaft zuverlässig arbeitet und sowohl das Mitgliedererlebnis als auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage schützt.

F: Wann sollte sich eine Fitnesseinrichtung für ein Dual Adjustable Pulley (DAP) und wann für ein Universal Cable entscheiden?

John: Das hängt stark von den Trainingszielen ab. Der Universal Cable bietet eine größere Bandbreite an Griffpositionen und ermöglicht in bestimmten Bewegungen eine optimierte Biomechanik – beispielsweise bei engeren Ruderbewegungen oder breiteren Fly-Varianten.

Zudem ist es durch seine inklusiven Eigenschaften wirklich für alle geeignet.

Der DAP ist stärker auf leistungsorientiertes Training ausgerichtet. Mit einem 4:1-Übersetzungsverhältnis (im Vergleich zu 3:1 beim Universal Cable) eignet es sich besser für schnellere, dynamischere Bewegungen. Es bietet außerdem Klimmzugoptionen und Stabilisierungspads.

Größere Facilities setzen häufig beide Systeme ein, da Kabelzug-Training aktuell ein klarer Trend ist.

Functional Training mit SYNRGY 

F: SYNRGY ist seit Jahren ein zentraler Functional-Hub. Wie erweitert die Integration von Kabelzug-Optionen die Möglichkeiten?

John: SYNRGY wurde immer als funktionaler Trainingshub konzipiert. Durch die Integration von Kabelzug-Optionen erhöhen wir die Trainingsvielfalt erheblich.

Das System ist modular und konfigurierbar – egal ob auf kleiner Fläche oder in einer großen offenen Zone.

Für Mitglieder entsteht ein nahtloses Trainingserlebnis: Widerstandsübungen, funktionale Bewegungen oder Kombinationen daraus – alles innerhalb eines Systems.

F: Zubehör- und Geräteaufbewahrung ist oft eine Herausforderung. Wie hat Betreiberfeedback hier das Design beeinflusst?

John: Das Thema Storage kam direkt aus dem Markt. Betreiber wollten Hantelablagen und Zubehör unterbringen, aber auch flexibel bleiben.

Unser Hybrid-Regalsystem kann zunächst als Kurzhantelablage genutzt werden und später problemlos in eine Zubehörablage umgewandelt werden – oder umgekehrt.
„Es geht darum, Optionen zu schaffen, ohne Fitnesseinrichtungen zu zwingen, sich festzulegen. Der Raum muss sich mit Trainingskonzepten und Mitgliederbedürfnissen weiterentwickeln können.“

F: Wie verändern integrierte Lösungen wie SYNRGY das Krafttraining – insbesondere in kleineren oder urbanen Einrichtungen?

John: Die Grenze zwischen Kabelzug- und Functional-Training verschwimmt zunehmend. Mit dem neuen SYNRGY DAP kombinieren wir einen klassischen Dual Adjustable Pulley mit umfangreichen Functional-Elementen und Stauraum.

Facilities müssen sich nicht mehr entscheiden – sie können beides auf einer kompakten Fläche anbieten.

Gerade in urbanen Umgebungen, wo der Platz knapp ist, aber die Erwartungen hoch sind, ermöglicht SYNRGY leistungsstarke Multifunktionszonen auf begrenztem Raum.

Zukunft des Krafttrainings 

F: Welche Rolle spielen digitale Tools wie QR-Codes und vernetzte Plattformen für Mitgliederbindung und Education?

John: Digitale Integration ist der logische nächste Schritt. Mitglieder können beispielsweise einen QR-Code am Universal Cable scannen und direkt auf eine Übungsbibliothek zugreifen. Eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung, um Trainingsvielfalt sichtbar zu machen und die Nutzung zu steigern.

Gleichzeitig unterstützt das Betreiber bei der Mitgliederaufklärung und erhöht Zufriedenheit sowie Engagement.

F: Welche Reaktionen von Betreibern haben dich besonders überrascht, insbesondere in Bezug auf Inklusivität und Mitgliedererfahrung? 

John: Wir hatten mit starkem Interesse gerechnet, aber die Begeisterung war segmentübergreifend größer als erwartet.

Sobald Betreiber sehen, dass der Universal Cable sowohl von Personen im Rollstuhl oder mit nur einer Hand als auch von traditionellen Nutzern gleichermaßen effektiv genutzt werden kann, erkennen sie sofort den Mehrwert.

Es ist kein Nischenfeature – es ist universell relevant.

F: Wie werden Trends wie Inklusivität und funktionale Integration die nächste Generation von Strength-Equipment prägen?

John: Inklusivität und Anpassungsfähigkeit werden zentrale Designprinzipien bleiben. Wir prüfen kontinuierlich, wie wir diese Prinzipien in weitere Produkte integrieren können.

Im Functional-Bereich entwickeln sich Trends schnell. SYNRGY bietet eine Plattform, mit der wir flexibel reagieren können.
„Unser Ziel ist es, Trends frühzeitig zu erkennen, Lösungen für die heutigen Mitglieder zu entwickeln und Betreibern zu ermöglichen, ihre Facilities effizient für die Anforderungen von morgen weiterzuentwickeln.“
 

Für Betreiber sind der Universal Cable und SYNRGY nicht einfach neue Produkte. Sie sind ein Ausblick auf die Zukunft des Krafttrainings: inklusiv, intuitiv, platzsparend und hochgradig anpassungsfähig.

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