Mehr als nur Geräte: Räume für die Zukunft gestalten
Wenn Studiobetreiber und Facility Manager über eine Modernisierung oder Erweiterung ihrer Anlage nachdenken, geht der erste Instinkt oft zu neuen Geräten. Doch laut Patricia Totaro, einer der führenden Fitnessanlagen-Designerinnen Brasiliens, liegt der wahre Schlüssel zum langfristigen Erfolg ganz woanders: in der Art und Weise, wie Räume konzipiert, erlebt und weiterentwickelt werden.
Wir haben mit Patricia darüber gesprochen, warum Design nicht nur eine dekorative Hülle ist, sondern ein strategisches Werkzeug – mit direktem Einfluss auf Mitgliederbindung, Mitarbeiterleistung und wirtschaftlichen Erfolg.
Design Thinking im Fitnessbereich
Über Jahrzehnte hinweg war Fitnessdesign recht simpel: Cardiogeräte an eine Wand, Kraftmaschinen in die Mitte, Freihanteln nach hinten. Fertig.
Doch die Erwartungen der Mitglieder haben sich grundlegend verändert. Sie wollen heute nicht mehr nur trainieren. Sie wollen ein Erlebnis, das zu ihrem Lebensstil, ihren Werten und ihrem Bedürfnis nach Zugehörigkeit passt.
„Geräte sind wichtig, ja“, sagt Patricia. „Aber wenn der Raum die Menschen nicht inspiriert, wenn er sie nicht willkommen heißt, dann sind die besten Geräte wertlos. Gutes Design schafft eine Umgebung, in die Menschen gerne zurückkehren.“
Damit wird Design zu weit mehr als Architektur. Es wird zu einer Geschäftsstrategie – mit direktem Einfluss auf Retention, Teamleistung und sogar neue Umsatzmodelle.
Der Mensch zuerst
Für Patricia beginnt gutes Design immer aus Sicht des Nutzers, nicht aus Sicht des Betreibers. Das bedeutet: Wegeführung, Licht, Akustik und sogar emotionale Reize müssen bewusst gestaltet werden. Denn all das beeinflusst, wie sich Menschen in einem Raum fühlen.
„In Brasilien sind wir sehr sozial“, erklärt sie. „Viele kommen nicht nur zum Training, sondern auch, um Kontakte zu knüpfen. Deshalb schaffen wir Treffpunkte, offene Sichtachsen und Bereiche, die Interaktion fördern.“
Für Betreiber außerhalb Brasiliens gilt dasselbe Prinzip: Verstehe deine Zielgruppe. Suchen sie Gemeinschaft? Ruhe? High-Performance-Training? Regeneration?
Erst wenn diese Fragen klar sind, kann Design gezielt darauf aufbauen.

Regeneration und Wellness als strategischer Erfolgsfaktor
Einer der spannendsten Punkte, die Patricia anspricht: Regeneration ist längst kein Nebenthema mehr – sie wird zum echten Wettbewerbsvorteil.
„In Premiumclubs reicht es nicht mehr, ein paar Matten in die Ecke zu legen und das ‚Recovery Zone‘ zu nennen“, sagt sie. „Mitglieder erwarten eigene, ruhige, bewusst gestaltete Bereiche – zum Dehnen, Entspannen oder Meditieren. Es geht um einen ganzheitlichen Blick auf den Körper.“
Für Betreiber ist das kein nettes Extra, sondern eine echte Chance:
- Längere Aufenthaltsdauer im Studio
- Neue Kurs- und Angebotsformate
- Attraktivität für breitere Zielgruppen, z. B. ältere Mitglieder oder Frauen, die sich in reinen Kraftbereichen oft nicht abgeholt fühlen
Takeaway: Regenerationsflächen müssen nicht groß sein – aber sie müssen bewusst gestaltet sein. Ein gut geplanter Bereich kann einen enormen Unterschied machen.
Design muss auch wirtschaftlich funktionieren
So sehr Patricia für Emotionen und Atmosphäre steht, verliert sie nie die operative Seite aus dem Blick. Schlechte Raumkonzepte kosten Geld. Sie sorgen für Engpässe, erschweren die Reinigung und Wartung und frustrieren das Team.
„Jedes Gerät und jede Zone muss einen Sinn haben“, sagt sie. „Wir gestalten so, dass Mitarbeitende sich leicht bewegen, reinigen und warten können. Das senkt langfristig die Betriebskosten und verlängert die Lebensdauer der Anlage.“
Für Betreiber bedeutet das: Gutes Design zieht nicht nur Mitglieder an – es macht das Geschäft einfacher und effizienter.
Globale Prinzipien, lokale Umsetzung
Design ist niemals „One size fits all“. Zwar gelten Prinzipien wie Flow, Markenidentität und Nutzerzentrierung weltweit, doch die Umsetzung muss lokal passen.
„In São Paulo ist Platz Mangelware“, sagt Patricia. „Wir müssen kompakt planen, ohne dass es beengt wirkt. In anderen Regionen Brasiliens sind Studios größer, aber Budgets kleiner. Dann arbeiten wir stärker mit Licht, Spiegeln und smarter Zonierung.“
Gerade für Betreiber mit mehreren Standorten – etwa im Hotelbereich oder in Wohnanlagen – ist das entscheidend. Standardlösungen sparen Zeit, aber sie schaffen selten echte emotionale Bindung. Erfolgreiches Design verbindet globale Standards mit lokalen Besonderheiten.

Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr
Auch Nachhaltigkeit ist für Patricia kein Nice-to-have, sondern Pflicht. Von recycelten Materialien bis zu energieerzeugenden Cardiogeräten – der Druck, umweltbewusst zu handeln, wächst.
„Mitglieder merken, wenn ein Studio in Nachhaltigkeit investiert“, sagt sie. „Das beeinflusst ihre Loyalität. Und in Ländern wie Brasilien, wo Energiekosten hoch sind, ist nachhaltiges Design nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch fürs Geschäft.“
Wer hier frühzeitig investiert, kann Betriebskosten senken, regulatorischen Anforderungen gerecht werden und seine Marke stärken.

Design als echter Wettbewerbsvorteil
Am Ende, so Patricia, sollten Betreiber aufhören, Design als Nebensache zu betrachten. Richtig umgesetzt wird es zur echten Differenzierung.
„Gutes Design ist unsichtbar, wenn es funktioniert. Aber wenn es fehlt, spürt man es – in jeder Beschwerde, jedem operativen Problem und jedem Mitglied, das nicht zurückkommt. Betreiber, die Design verstehen, managen nicht einfach Studios. Sie schaffen Erlebnisse, die bleiben.“
Die wichtigsten Erkenntnisse für Betreiber
- Design ist Strategie. Es beeinflusst Retention, Umsatz und Abläufe – nicht nur die Optik.
- Starte beim Mitglied. Plane für emotionale und funktionale Bedürfnisse.
- Recovery zählt. Eigene Wellness-Zonen schaffen Loyalität und neue Einnahmequellen.
- Effizienz spart Geld. Gute Layouts reduzieren Wartungsaufwand und Stress.
- Global denken, lokal handeln. Passe Design an Kultur und Raum an.
- Nachhaltigkeit lohnt sich. Umweltfreundliche Optionen senken Kosten und stärken die Marke.
Patricia Totaros Perspektive zeigt: Geräte sind nur ein Teil des Puzzles. Der wahre Unterschied entsteht durch die Art, wie Räume gedacht und erlebt werden. Für Fitnessstudios, Hotels, Universitäten und Wohnanlagen gilt gleichermaßen: Design ist nicht länger nur Kulisse – es ist die Bühne, auf der die Zukunft der Fitness stattfindet.
Design ist dein stärkster Differenzierungsfaktor.
Unser Facility-Design-Team arbeitet mit zukunftsorientierten Betreibern zusammen, um Räume zu schaffen, die Menschen bewegen – und Unternehmen voranbringen.